Habitate für Insekten andere Tiere

Artenreiche Fläche - keine Pflegemaßnahmen
Artenreiche Fläche - keine Pflegemaßnahmen

Natürlich entstandener Lebensraum

Auf einer natürlichen Wiese  oder einem geschonten Wegrain können Pflanzen und Tiere sich ungestört entwickeln.

 

Blühende Pflanzen können bestäubt werden.

Bestäubte Pflanzen können Früchte und Saat entwickeln.

Ausgereifte Saat kann zu Boden fallen und keimen.

 

Jungspinnen leben gemeinsam in Gespinsten an der Vegetation.

Schreckenlarven leben im Frühsommer in der Vegetation an Wegrändern und auf Wiesen.

Tagfalterraupen und -puppen leben an der Vegetation.

 

Tagfalter lassen ihre Eier im Flug über Gräser fallen oder heften sie an Pflanzen.

Schrecken legen ihre Eier in den Boden oder in Pflanzensubstrat.

 

Blütenbesuchende Insekten fressen Nektar und Pollen.

Insekten, Säugetiere und Vögel fressen Insekten, Spinnen, Früchte und Saat.

 

Schreckeneier überwintern im Boden

Die Raupen und Puppen von über 10 Tagfalterarten in der Umgebung überwintern in Bodennähe an der Vegetation.

Spinnnen überwintern in Kokons an Pflanzen.


Wie wirken sich menschliche Pflegeaktivitäten auf Flora und Fauna aus?

Mulchmahd - Flora und Fauna erstickt
Mulchmahd - Flora und Fauna erstickt
Grabenaushub im Juni - Flora und Fauna erstickt
Grabenaushub im Juni - Flora und Fauna erstickt

Umgraben, pflügen, grüppern, mähen, mulchen und Grabenaushub lagern schädigt Flora und Fauna sehr nachhaltig.

Es findet keine oder kaum noch Fortpflanzung statt. Tiere finden keine Nahrung.


Vielfalt der Bestäuberinsekten - eine sehr kleine Auswahl

Projekt Moor-Renaturierung

Honigbienen haben für Imker und als Bestäuber Bedeutung.

 

Projekt Feuchtwiesenpflege

In Schleswig-Holstein gibt es 296 Wildbienenarten mit verschiedener Lebensweise.

Weitere Informationen

 

Projekt Kopfweidenpflege

Hummeln zählen zu den Wildbienen mit kollektiver Lebensweise. Wie ihre Verwandten tragen auch sie maßgeblich zur Bestäbung bei.

 


Projekt Moor-Renaturierung

Auch Wespen gehören zu den im Kollektiv lebenden Wildbienen.

 

Projekt Feuchtwiesenpflege

Schwebfliegen zählen neben den Bienen zu den wichtigsten Bestäubern.

Weitere Informationen

 

Projekt Kopfweidenpflege

In ihrer Bestäubungsleistung werden Ameisen unterschätzt.

 


Projekt Moor-Renaturierung

Tagschmetterlinge zählen zu den wichtigsten Bestäubern. Die Raupen von ca. 98% der Arten fressen nicht an Kulturpflanzen.

Projekt Feuchtwiesenpflege

Auch blütenbesuchende Nachtfalter tragen zur Bestäubung bei. Nur ca. 3% der Nachtfalter-Raupen machen für den Menschen Probleme.

Projekt Kopfweidenpflege

Blütenbesuchende Käfer tragen zur Bestäubung bei. Arten wie der geschützte Rosenkäfer tragen außerdem zur Humusbildung bei.



Habitate und Biotopverbund

Bestäuber-Insekten brauchen ständig ungefüllte blühende Pflanzen als Nahrungsquelle.

Über das gesamte Jahr hinweg, in all ihren Entwicklungsstadien benötigen sie ungestörte Lebensräume (Habitate), die ihren Bedürfnissen gerecht werden.

 

Gehen die charakteristischen natürlichen Habitate von Insekten durch menschliche Aktivitäten verloren, wie Umweltverschmutzung, Abholzung, Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, Intensivmahd von Wegrändern, Mulchen, Einsatz von Giften wie Neonikotinoide, Glyphosat  etc., dann führt das zur Reduktion oder zur Vernichtung von Arten. Und nicht nur die Insekten sind betroffen, sondern auch Spinnen, Vögel, Säugetiere, Kleintiere, Mikroorganismen und Pflanzen.

 Monika Lohmann

Insektenfreundliche Gärten mit Stauden und Blütflächen stellen eine wichtige Futterquelle für Insekten dar.

Ebenso angelegte Blütenwiesen und Blühflächen sowie Wildäcker und Buntbrachen. Sie eignen sich als Rückzugsort und Nahrungshabitat nicht nur für Insekten, sondern für viele Tierarten. Stehen gelassenene Pflanzen bieten auch im Winter Deckung und Nahrung. 

 

Die Annahme, wild lebende Bestäuber könnten problemlos in bienenfreundliche Gärten und Flächen mit ausgewählten Stauden und angesähten Blühflächen 'umziehen' ist allerdings ein Irrtum.

 

Manche natürliche Habitate von Arten sind nicht so ohne Weiteres durch gärtnerisch gepflegte oder gar temporär bestehende Flächen zu ersetzen.

Ein Verbund von Naturschutzflächen, Gärten, öffentlichem Grün, Brachen, Blühwiesen, Blühflächen, Wildäckern und Buntbrachen ist notwendig und kann durch das Straßen- und Wegebegleitgrün, Grabenböschungen und Gewässerufer erreicht werden. 

Dazu muss Intensivmahd von Wegrändern und Ufern, das Ausmähen von Gräben und Mulchen unterbleiben.

Zur Verkehrssicherung reicht es, nur einen schmalen Streifen entlang der Fahrbahn zu mähen.

Eine späte Staffelmahd und ein Zulassen von temporären Brachen bietet verschiedenen Tierarten Rückzugsräume und ein durchgängiges Nahrungsangebot.

 


Auswahl von Heimischen Blütenpflanzen

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Heimische Flora
Nektar- und Futterpflanzen für viele Tierarten
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