| Hilfe für
Tagschmetterlinge
Schmetterlinge
gehören zu den beliebtesten Insekten in
unserem Land. In allen Bereichen, ob als
Raumdeko, Schmuck, in der Werbung, in
Trickfilmen oder in Kinderbüchern, sind
ihre Abbilder zu finden. Viele
Gartenbesitzer freuen sich, wenn ihr
Garten von Schmetterlingen besucht wird,
und so mancher Sommerflieder wird
gepflanzt, um die bunten Tierchen
anzulocken.
Der
Lebenszyklus des Schmetterlings beginnt
als Ei, aus dem eine Raupe schlüpft, die
sich später über die Puppe zum fertigen
Falter wandelt.
Raupen haben ganz andere
Nahrungsansprüche als die Falter. Die
Raupen mancher großer Tagfalter fressen
ausschließlich an der Großen
Brennnessel, der Nahrungspflanze für
insgesamt über 20 Falterarten. Andere
sind beispielsweise auf Hornklee,
Schaumkraut, Sauerampfer oder Gräser
spezialisiert. Bei manchen Arten
überwintern die Raupen oder Puppen
bodennah an Pflanzen. Sie brauchen Ruhe
in ihrem Lebensraum. Schön schier soll
spätestens im November alles sein.
"Schön schier" tötet jedoch
so manchen Schmetterling.
Wer den
Schmetterlingen helfen will, darf nicht
nur an das Futter für die fertigen
Falter denken, sondern auch an eine
artgerechte Umgebung für die Tiere im
Raupen- und Puppenstadium, mit
Brennnesseln, krautigen Pflanzen,
Gräsern, Büschen und Bäumen sowie ein
gutes Maß an "Unordnung".
Der Kleine Fuchs zum Beispiel bevorzugt
gemähte, frisch ausgetriebene Brenn-
nesseln an sonnigem Standort. Dann
müssen die Raupen aber heranwachsen,
sich verpuppen und als Falter schlüpfen
können. Das bedeutet natürlich, dass
nicht andauernd nachgemäht werden darf,
denn die Entwicklung dauert einige Wochen.
Manche Bereiche sollten auch ganz von der
Mahd ausgenommen werden. Die Raupen des Landkärtchens
fressen an wenig besonnt stehenden Brennnesseln und überwintern als Puppe in
Bodennähe. Andere Raupen wiederum
entwickeln sich an Gräsern in lückigem,
mageren Rasen. Sie fressen dort den
Winter über um sich im Frühjahr
bodennah zu Verpuppen. So hat jede Art unterschiedliche Ansprüche an den
Lebensraum.
Ein
naturnaher, nicht zu aufgeräumter Garten
kann ein Lebensraum für Falter sein. Das
ganze Gartenjahr über sollten blühende
Wildkräuter, Stauden und Büsche Nektar
für die Falter bieten. Außerdem sollten
auch die Futterpflanzen der Raupen
wachsen dürfen.
Für die
überwinternden Raupen und Puppen auf
Wiesen und an Wegrändern sollte die Schnitthöhe nicht unter 6 cm
betragen und auf das Mulchen dieser Bereiche sollte verzichtet werden. Diese
Maßnahme töten, genau wie das Walzen
von Wiesen, Raupen und Puppen vieler
Schmetterlingsarten, die übrigens
niemals schädlich an Kulturpflanzen sind.
Für die überwinternden
Falter muss man für störungsfreie,
geschützte Überwinterungsplätze sorgen. Bei einem
frostfreien, kühlen, durchgehend
ungeheizten, nur mäßig feuchten
Schuppen, Kellergewölbe oder Gartenhaus
sollte man im Herbst die Tür tagsüber
öffnen, damit die quartiersuchenden
Falter hinein können. Bei den ersten
warmen Sonnenstrahlen müssen sie den
Unterschlupf auch wieder verlassen
können. Darum sollten auch im zeitigen
Frühjahr an sonnigen Tagen die Tür
geöffnet werden. Falter, die an zu
warmen Orten Unterschlupf suchen, wie
Wohnungen oder Neubaukeller, vertrocknen
meist. Sie sollten rechtzeitig an einen
geeigneten Ort gebracht werden.
Schmetterlinge
sind allgemein stark gefährdet
|
|
Schmetterlinge sind ein
Anzeiger für intakte Natur. Das stetige
Abnehmen des Schmetterlingsbestandes und
der Artenrückgang bis zum Aussterben
vieler Arten zeigt an, wie sehr sich die
Lebensbedingungen auch für den Menschen
verschlechtern.
Nicht nur die Schmetterlinge,
auch andere Insektenarten sind bedroht.
Insekten
spielen aber eine sehr große Rolle im
Naturhaushalt: Sie bestäuben Blütenpflanzen. verbreiten Samen und dienen
vielen Vögeln, Amphibien, Reptilien, Fischen und Säugetieren - auch vielen
Menschen - als Nahrung. Der vom Menschen so geschätzte Honig wird von
Insekten hergestellt.
Außerdem
spielen Insekten eine große Rolle als
Zersetzer pflanzlicher und tierischer Biomasse und sind damit ein
wichtiger Faktor im Stoffkreislauf.
Sterben die Zersetzer aus, tut es auch
die Menschheit. Ohne Insekten und
Mikroorganismen würde die Biomasse nicht
zersetzt. Die Erde wäre binnen kurzer
Zeit von Tonnen toter Pflanzen und
Leichen bedeckt.
|